Madrid, 19. November 2025 — Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hat bekannt gegeben, dass die Regierung eine Untersuchung gegen das amerikanische Technologieunternehmen Meta (Besitzer von Facebook, Instagram und WhatsApp) einleiten wird, wegen des Verdachts, dass es möglicherweise weiterhin heimlich die privaten Aktivitäten von Android-Nutzern überwacht hat.
Was ist der Kern der Anschuldigung
Die Untersuchung basiert auf einer internationalen Studie, die gemeinsam von Forschungsinstituten aus Spanien (IMDEA Networks), Belgien (Katholische Universität Löwen) und den Niederlanden (Universität Radboud) durchgeführt wurde. Die Studie hat laut der spanischen Regierung gezeigt, dass Meta einen versteckten Mechanismus verwendet hat, der es ermöglichte, das Web-Browsing auf Android-Geräten zu überwachen und diese Daten anschließend mit der Identität der Nutzer auf Facebook oder Instagram zu verknüpfen.
Laut Premier Sánchez könnte diese Überwachung gegen mehrere EU-Rechtsrahmen verstoßen: RGPD (DSGVO), die ePrivacy-Richtlinie, das Gesetz über digitale Märkte (DMA) und das Gesetz über digitale Dienste (DSA).
Politische und rechtliche Konsequenzen
Meta wird vor dem Ausschuss des Kongresses der Abgeordneten für Wirtschaft und digitale Transformation angehört, wo sie die Anschuldigungen erklären und „verantwortliche Personen identifizieren“ muss.
Sánchez betonte, dass „in Spanien das Gesetz über jedem Algorithmus oder technologischen Plattform steht“ und warnte, dass Verstöße gegen die Rechte der Bürger „Folgen haben werden“.
Die Untersuchung könnte Bußgelder, regulatorische Eingriffe und möglicherweise weitere gesetzliche Einschränkungen gegenüber Meta nach sich ziehen, wenn ein Gesetzesverstoß nachgewiesen wird.
Zugang und Reaktion von Meta
Meta erklärte, dass sie „Privatsphäre sehr ernst nimmt“ und bereit ist, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen gab an, dass es den Nutzern Werkzeuge zur Kontrolle anbietet, wie ihre Daten verwendet werden.
Meta hat auch bestätigt, dass sie bereit ist, konstruktiv mit den ermittelnden Institutionen zusammenzuarbeiten.
Kontext und breitere Auswirkungen
Dieser Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck auf große Technologieunternehmen in Europa aufgrund ihres Einflusses, der Datensammlung und der Einhaltung der Vorschriften der digitalen Gesetzgebung wächst.
Die Untersuchung könnte auch breitere geopolitische Konsequenzen haben: Laut einigen Analysten könnte sie die Beziehungen zwischen Spanien und den USA weiter komplizieren.
Darüber hinaus sieht sich Meta in Europa bereits weiteren rechtlichen Problemen gegenüber – zuvor wurde das Unternehmen wegen intransparenter Geschäftspraktiken und Verstößen gegen europäische Datenschutzvorschriften angeklagt.
Was bedeutet das für die Nutzer
Sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, könnte dies zu einem besseren Schutz der Benutzerdaten und zu strengeren Unternehmenspraktiken bei der Überwachung von Nutzern führen.
Dies könnte auch den Druck auf andere Technologieunternehmen erhöhen, transparenter zu sein und die EU-Vorschriften zum Datenschutz einzuhalten.
Für die Nutzer erinnert dies an die Notwendigkeit, bei den Datenschutzeinstellungen in sozialen Netzwerken vorsichtig zu sein und die verfügbaren Werkzeuge zur Kontrolle persönlicher Daten zu nutzen.