Die südkoreanische Finanzverwaltung (FSC) hat nun Leitlinien festgelegt, die börsennotierten Unternehmen und professionellen Anlegern erlauben, mit Kryptowährungen zu handeln.

Diese Entscheidung beendet ein neunjähriges Verbot von Unternehmenskryptoinvestitionen und passt in die breitere „Wachstumsstrategie für die koreanische Wirtschaft bis 2026“, die auch Gesetze über Stablecoins und die Zulassung von spotbasierten ETFs für Krypto umfasst, die letzte Woche angekündigt wurden.

Unternehmensinvestitionsrahmen

Laut den neuen Leitlinien der FSC, wie eine lokale Medienberichterstattung berichtet, dürfen qualifizierte Unternehmen jährlich bis zu 5 % ihres eigenen Kapitals investieren. Diese Investition gilt nur für die zwanzig größten Kryptowährungen nach Marktwert an den fünf größten Börsen in Korea.

Ungefähr 3.500 Unternehmen werden in der Lage sein, zu handeln, sobald die Regeln in Kraft treten. Dazu zählen börsennotierte Unternehmen und registrierte professionelle Investmentgesellschaften.

Es wird weiterhin diskutiert, ob Stablecoins, die an den USD gekoppelt sind, beispielsweise Tethers USDT, erfasst werden sollen. Regulatoren verlangen außerdem, dass Börsen Beschränkungen für Ordergrößen und schrittweise Ausführung einführen.

Marktumfeld

Die Leitlinien sind das erste Mal, dass Unternehmen klare Erlaubnis für Kryptoinvestitionen seit 2017 erhalten. Damals verboten die Behörden institutionelles Engagement aus Angst vor Geldwäsche.

Das lange Verbot hat Koreas Kryptomarkt auf mehrere Weisen beeinflusst. Private Anleger tragen fast zu 100 % zum Handel bei. Kapitalflucht erreichte 76 Billionen Won (52 Milliarden USD), als Händler nach Möglichkeiten außerhalb des Landes suchten. Der Unterschied zu reifen Märkten ist deutlich. Auf Coinbase betrug der institutionelle Handel im ersten Halbjahr 2024 über 80 % des Volumens.

Die Branche glaubt, dass die neue Entscheidung die Möglichkeiten für eine won-basierte Stablecoin und inländische spotbasierte Bitcoin-ETFs erhöhen wird.

Widerstand aus der Industrie

Die Branche ist positiv, aber der Meinung, dass die Obergrenze von 5 % zu niedrig sei. Die USA, Japan, Hongkong und die EU haben keine derartigen Beschränkungen für Unternehmenskryptobestände.

Kritiker sagen, dass die Beschränkung digitale Vermögensverwaltungsgesellschaften wie Metaplanet in Japan daran hindern könnte, durch strategische Bitcoin-Aufbau zu wachsen.

„Nur strenge Regeln für Krypto zu haben, könnte dazu führen, dass Korea hinter den globalen Märkten zurückbleibt, die schneller wachsen“, sagt ein Branchenvertreter der Zeitung.

Nächster Schritt

Die FSC plant, die endgültigen Leitlinien im Januar oder Februar zu veröffentlichen. Die Umsetzung erfolgt im Zusammenhang mit der Einführung des Digital Asset Basic Act in der Gesetzgebung im ersten Quartal 2025. Der Handel von Unternehmen mit Kryptowährungen wird voraussichtlich vor Jahresende beginnen.