Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet weiteren Anstieg der weltweiten Aktien. Laut Prognose beträgt die Gesamtrendite inklusive Dividenden 11 % in den nächsten 12 Monaten. Unterstützung für den Aufschwung bieten steigende Unternehmensgewinne und eine allgemeine wirtschaftliche Erweiterung.
Im Zuge des Aufschwungs der traditionellen Märkte stellt sich die Frage nach dem Verhalten digitaler Assets. Anleger bewerten, ob Kryptowährungen den Aktien folgen oder ihren eigenen Weg gehen werden.
Aussichten für den globalen Aktienmarkt
Die Analysten des Bank betonen das Wachstumspotenzial der wichtigsten Indizes. Die Weltwirtschaft soll im kommenden Jahr in allen Regionen wachsen. Es wird ein Anstieg des globalen BIP um 2,8 % erwartet.
Die US-Notenbank wird wahrscheinlich ihre lockere Geldpolitik fortsetzen. Dies schafft ein günstiges makroökonomisches Umfeld. Der Hauptstrateg für globale Aktien bei Goldman Sachs, Peter Oppenheimer, hält einen schweren Einbruch ohne Rezession für unwahrscheinlich.
„Im Jahr 2026 wird der Anstieg an den Aktienmärkten wahrscheinlich vor allem durch die Gewinne der Unternehmen verursacht und nicht durch eine Neubewertung ihrer Wert. In unserem Jahresprognose wird erwartet, dass der Marktwert der Aktien, gewichtet nach der regionalen Marktkapitalisierung, um 9 % steigen wird, und die Gesamtrendite mit Dividenden um 11 % in US-Dollar (Stand 6. Januar 2026) steigen wird. Der Hauptteil des Ertrags wird dabei direkt mit den Gewinnen verbunden sein“, schrieb Oppenheimer.
Analysten fügen hinzu, dass ein so starker Sprung wie im Jahr 2025 nicht erwartet werden sollte – die Dynamik wird eher gleichmäßiger sein.
„Trotz des starken Anstiegs im Jahr 2025 verlief der Aufschwung ungleichmäßig. Zu Jahresbeginn gingen die Aktien zurück, der S&P 500 korrigierte von Mitte Februar bis April fast um 20 %, danach folgte ein erneuter Aufschwung. Als Ergebnis des heftigen Anstiegs handeln Aktien weltweit – nicht nur in den USA, sondern auch in Japan, Europa und auf Schwellenmärkten – zu historisch hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen“, heißt es im Bericht.
Im Dokument werden auch Zielwerte genannt: für den S&P 500 – 7.600 Punkte (11 % Gesamtrendite), für den STOXX 600 – 625 Punkte (7 %), für den japanischen Index TOPIX – 3.600 Punkte (4 %) und für den MSCI Asia Pacific ex-Japan – 825 Punkte (12 %).
Analysten stellen fest, dass die Aktienmärkte derzeit in eine Phase des Optimismus des Zyklus eingetreten sind. Diese Phase begann nach dem Bärenmarkt, der während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 stattfand. Laut der Analyse führt der späte Optimismus oft zu einer Steigerung der Bewertungen von Vermögenswerten, was auf mögliche Risiken einer Überbewertung gegenüber den Basisprognosen hinweist.
Der Bericht behandelt auch das wachsende Interesse an Aktien von Unternehmen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Experten betonen, dass das Interesse an diesem Sektor weiterhin besteht, aber dies bedeutet nicht, dass sich auf dem Markt eine Blase um KI bildet.
Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500
Traditionelle Aktien gehen mit Erwartungen eines moderaten Wachstums in das Jahr 2026. Marktteilnehmer von Kryptowährungen beobachten aufmerksam das Verhalten digitaler Währungen. Bitcoin hat historisch eine positive Korrelation mit dem S&P 500 gezeigt. Jedoch zeigt dieser Aktiv manchmal Unabhängigkeit von den Aktienmärkten.
Die Daten von CryptoQuant aus dem vergangenen Jahr zeigen überwiegend eine positive Verbindung. Dennoch wurde die Korrelation im Herbst und im Dezember negativ. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 nahm die Synchronität der Bewegung von BTC und des Aktienmarktes stark ab. Dies war das Ergebnis struktureller Veränderungen im Verhalten von Investoren.
Experten nennen mehrere Gründe für die Abweichung der Kurse:
Spot-ETFs haben die Nachfrage in Richtung langfristiger Haltestrategien verschoben.
Die Risiken bei der Nutzung eines hohen Hebelwirkung im Derivatemarkt sind gesunken.
Die makroökonomische Liquidität ist in Rohstoffe und Edelmetalle übergegangen.
Die interne Dynamik des Angebots beeinflusst die Preisbildung der ersten Kryptowährung nun stärker als die Stimmung an den Aktienmärkten. Aktuelle Daten zeigen eine negative Korrelation auf einem Niveau von -0,02. Anfang 2026 wird Bitcoin nicht als Proxy-Asset für risikoreiche Aktien gehandelt.
Historische Verbindungen sind oft instabil. Die Möglichkeit einer erneuten Synchronisation mit den traditionellen Finanzen bleibt bestehen. In diesem Fall würde ein nachhaltiges Anstieg der Aktien erneut ein günstiger Wind für die Branche der digitalen Assets sein.

